fake's blog

everything fake

Wenn einer eine Demo macht...

... dann kann er was lernen.

Vor gut einem Jahr haben Sanni und ich die Demo gegen die Vorratsdatenspeicherung in Ingolstadt organisiert. Dabei haben wir ein paar Fehler gemacht:

  • Gegen die Sonne laufen, nicht mit der Sonne
    Mehrere Fotografen haben uns im Anschluss an die Demo darauf hingewiesen, dass das bei Demos so üblich ist wegen der Fotos. Macht auch total Sinn, und es is eigentlich meist egal ob man von A nach B oder von B nach A läuft...
  • Megaphone, etc
    Da wir beide keine großen Freunde lauten Krachs sind, haben wir schon bei der Anmeldung gesagt, dass wir keine Megaphone, etc einsetzen wollen. Das ist schlecht - bei einer Demo geht es darum, Aufmerksamkeit auf das Thema zu lenken, für das demonstriert wird. Da muss es laut zugehen! Pfeifen, Ratschen, Megaphone... Hauptsache laut! Solche Demos sind eh so schnell wieder vorbei, dass es keinen wirklich "nervt".
  • Leute einstimmen
    Ebenso wichtig ist es, die Mitziehenden zum Skandieren zu animieren. Überlegt euch vorher einige gute Sprüche, und probt sie in der Gruppe auf Rhythmus und Verständlichkeit. Dann am besten vor dem Abmarsch der Demo mit der Menge einmal durchprobieren. Es gibt nix Blöderes, als einen schweigenden Trauermarsch. Plant Abwechslung ein, und probt das auch mal in "Echtzeit" - reichen die Sprüche? Werden sie fad? Sagt ihr immer wieder das Gleiche?
  • Plakate + Transparente lange vorher vorbereiten
    Wir hatten für die Planung und Umsetzung der gesamten Sache nur 2 Wochen Zeit. Die Plakate haben wir 2 Tage vor Ende gemalt, und einen Tag vor Ende erst geklebt (weil wir da erst die Plakatständer bekommen hatten).

    Auch die Transparente entstanden am Vorabend. Das ist schlecht. Transparente sollten genau wie Plakate gut aussehen - und nicht nach einer 68er-Studentenspontandemo (wobei, klar, das is cool, spricht aber viele Leute falsch an). Macht die Transparente ruhig Wochen vorher - und macht viele. Die Erfahrung zeigt, dass niemand sowas mitnimmt zu einer Demo, der nicht schon in einer Gruppe organisiert ist. Schneidet euch Schablonen bloß net aus labbrigem Papier, sondern aus dickerem Karton. Einmal schöne Schablonen geschnitten, gehen viele Transparente ratzfatz.

    Für die Plakate hatten wir Vordrucke vom AK Vorrat, wo unten Platz war für die spezielle Demo. Bei den A3-Dingern konnte man das noch schön draufdrucken, aber bei den Riesenteilen für Plakatständer ging das dann nicht mehr - also: Eine Version mit schönen TZ-Schablonen vorgezeichnet, unteren Teil abkopiert, von unten an einen Glastisch gepappt und dann durchgepaust. So sieht es zumindest noch einigermaßen brauchbar aus.

    Auch wichtig: Beim Kleistern der Plakate, die PLAKATE mit Kleister bestreichen, NICHT die Plakatständer! Sonst wellen sich die Dinger so auf...
  • Verstärker? Strom!
    Wenn ihr für irgendwelche Reden einen Verstärker braucht, denkt daran, die Anwohner *vor* der Demo zu fragen, ob ihr euch irgendwo einstöpseln dürft. Wir hatten das erst am Vormittag gemacht, und von einigen Ladenbesitzern gut eine vor die Nase bekommen von wegen "na, sowas mach ma ned". Glücklicherweise haben wir dann den äußerst freundlichen amerikanischen Uhrmacher in Ingolstadt kennengelernt, dem es die reinste Freude war, uns Strom zur Verfügung zu stellen (und der auch mitmarschiert ist). Danke!
  • Was passiert an dem Tag noch?
    Gut, bei uns war der Tag fest vorgegeben, aber wir wären voll reingerannt: Es war ein gaaanz wichtiges lokales Fußballturnier, da wollten natürlich alle hin. Sowas weiß ja kein normaler Geek ;-) Also: vorher ein bisschen rumfragen und auf lokalen Webseiten checken, was an welchem geplanten möglichen Tag los ist.
Weiters gab es ein paar Themen, wo wir das Gefühl hatten, dass wir es gut gemacht haben:
  • Anmeldung, Kooperation mit der Exekutive
    Der erste Schritt bei der Planung einer Demo sollte die Anmeldung beim Ordnungsamt sein. Sie können euch eine Demo nicht verbieten oder so, und in unserem Fall waren sie sogar sehr hilfreich und freundlich. Seid kompromissbereit - aber nicht zu sehr. Ihr wollt Aufmerksamkeit, die kriegt ihr nicht, wenn ihr in Vorort XYZ von der Ampel bis zum Zebrastreifen lauft. Und ganz wichtig: Besucht das Amt persönlich!

    Die lassen euch einen Zettel ausfüllen, auf Grund dessen sich dann in den nächsten Tagen jemand von der Polizei (Nummer: unterdrückt *g*) bei der eingetragenen Kontaktperson meldet. Seid ehrlich und realistisch, was eure erwarteten Besucherzahlen angeht, dann ist das eigentlich kein Problem. In unserem Fall war der Beamte sogar sehr nett und scherzte "eigentlich wäre er ja für mehr Überwachung, aber jeder soll ja seine Meinung vertreten dürfen" ;-)
  • Infostand
    Das gilt insbesondere für Demos, bei denen die Aufschriften auf den Transparenten die meisten Bürger eher verwirren (Meine Daten gehören mir? Ja, eh, nicht? Oder wie?) oder allgemein komplexerer Natur sind. Macht einen Infostand, der vor, während und nach der Demo besetzt bleibt. So können Passanten, die den Zug zufällig sehen, sich nachher Informieren, worum es da ging - ohne einen von diesen "Anarchisten" ansprechen zu müssen ;-)
  • Pressearbeit
    Schreibt eigene Pressemitteilungen (wir sind mit 2 Wochen vorher, 2 Tagen vorher und einem Nachbericht gut gefahren) und schickt sie vor allem auch an regionale Zeitung/Radio/Fernsehen. Ruft dort an, wenn keine Rückmeldung kommt und fragt nach Veröffentlichung. Wir haben den Donaukurier direkt nach Unterstützung gefragt und haben offene Türen eingerannt. Dank der Ankündigung (plus Kurzmeldung) in der Zeitung (DK ist super!) wurde auch bei Radio IN halbstündig ein Hinweis gesendet. Und durch INTV haben wir ein schönes Video mit Eindrücken der Demo bekommen. Der DK druckte dann tags drauf einen sehr guten Bericht (das mit dem "Hammer" ignorieren wir mal *g*).
  • Parteien ins Boot holen
    Sprecht *alle* Parteien an - auch die, von denen ihr glaubt zu wissen, dass sie gegen euch sind. Wenn sie auf Emails nicht reagieren, ist auch ein kurzer Anruf sinnvoll. Lasst entweder alle oder keine Parteivertreter eine kurze Begrüßungsrede halten. Wir hatten gar nicht an Reden gedacht und wurden am Abend vorher erst danach gefragt. Etwas kurzfristig natürlich, um das noch mit allen Parteien zu klären. Thomas Thöne von der SPD war dann fast schon empört, dass er nicht gefragt wurde, und kam während der Begrüßungsreden auf mich zu, weil er auch was sagen wollte... (Wir hatten ihn eigentlich schon angeschrieben, irgendwie muss die Mail verloren gegangen sein). Sorry an der Stelle auch nochmal an Andreas Popp von den Piraten!

    Alle Parteien, die teilnahmen, waren sehr hilfsbereit und engagiert, dennoch muss ich die Grünen besonders hervorheben. Von ihnen bekamen wir kurzfristig, unbürokratisch und ohne großen Hickhack eine ganze Menge Plakatständer (ja, irgendwoher muss man die Dinger nehmen!) und die Verstärker/Mikrogeschichte für die Begrüßung. Außerdem haben sie das auch mit dem Ordnungsamt gedeichselt, dass wir die Plakate noch aufstellen durften (das kostet nochmal eine Kleinigkeit) - an dieser Stelle nochmals Danke!!
Ich hätte mir so eine Liste gewünscht, als es in die Planung ging. Vielleicht hilft's ja jemandem ...


Danke nochmal an alle unsere Freunde und Mitstreiter, die uns so wundervoll unterstützt haben und bis in die Nacht Plakate gemalt und Transparente gesprüht haben. Ihr seid Klasse!

72 Stunden Countdown für #Zensursula - ePetition

the following blog post is german, because once again it covers a german politics topic. please ask me to translate it by commenting or use the google translator if you need to know ;-)

am mittwoch findet vormittags eine oeffentliche anhoerung zu den internet-sperren statt.

ziel der aktion von netzpolitik.org ist es, bis dahin die 100.000er-grenze bei den mitzeichnern als argumentationsgrundlage und deutliches signal mindestens zu knacken. daher moechte ich euch auch ermutigen, noch einmal alle leute in eurem bekanntenkreis zu nerven, ob sie schon mitgezeichnet haben, und die thematik gegebenenfalls zu erklaeren, damit sie sich eine meinung bilden koennen.

es gibt da ein nettes video von c't-tv, das ich schamlos von brians blog entwendet habe, und die thematik sehr fein zusammenfasst.

one-liner for changing file endings

i have not been blogging for quite some time, i noticed when replacing the blog software; so now i keep constantly thinking about what i may blog, so a little more density in the posts evolves ;-)

here's today's note; i just needed it and figured someone might say "aaw! that's useful" - a one-liner to use in bash for changing the extension of given files in a directory. bash is the shell that is by default installed in mac os x, and opens when you start the "Terminal" application. It is also the default in almost all linux distributions.

in this example, i rename all .mp4 files to .m4v (thanks, ps3...). adapt as needed.
for i in *.mp4 ; do mv "$i" "${i%%mp4}m4v" ; done
the %% operator strips the string following it from the end of the variable's content. the ## operator does the same, but at the beginning of the string.

Graphing Desktop Backgrounds

Math, me bored, wildly typing whatever the guy upfront is talking about into Grapher.app, and oh, look, my new desktop background ;-)

the formula is sin^2(x), scaled up and down a bit.

sinsquarex_tn.png
PNG Bitmap Version | PDF Vector Graphic

got any better stuff i can still understand the math behind? ;-)

GPIO to I2C on a Soekris net4801

I recently started playing around with robots from arexx - a friend introduced me to the asuro, and - impressed by the steep learning curve - i got myself an RP6.

having toyed around with it, i remembered i had an old soekris net4801 lying around... which, unfortunately, does not have i2c ports pinned out - but it has 12 GPIO pins ... i quickly found i2c-gpio in the linux kernel, but that uses the arch-independent gpio layer called gpiolib. the soekris pc8736x gpio driver does not support this layer :(

i'm by far not a kernel developer, but i managed to insert a small wrapping layer that seems to work. it basically registers the pc8736x as generic gpio chip, additionally to the character device(s).

i repeat: i am not a kernel developer. this is a hack so ugly it will most likely not work for you. if you have a soekris net4801 (no, a net4501 will not work! it has lesser gpio pins! go count!) your chances are indefinitely higher it may work, but i don't guarantee anything. also, even the most basic cleanup code is missing - i am not removing the gpio chip on unload, i just dont' care for now.

included in the patch below is a i2c-gpio-generic module i found in the openwrt subversion by pure coincidence, it works very well. i just patched it so it hardcodes sda and scl to open drain, which is the default on the soekris.

to get i2c up and running on the gpio pins 0 and 1 (jp5 pins 3 and 4 on the connector!) with 0 being sda and 1 being scl, you have to

  • modprobe pc8736x_gpio
  • read dmesg and note the assigned lowest pin nr (244 for me)
  • modprobe i2c-generic-custom bus0=245,244,245 (the latter two being the number from above 1st, and 1 added to it 2nd. the first nr. is the i2c bus id. choose it to your liking.)
  • modprobe i2c-dev
that should enable you to run i2cdetect on the newly appeared bus.

a little warning: i wouldn't mess around with the character device while using this, especially not for the pins in use for i2c. you have been warned.

i also wrote a small test program that reads out the current light sensor value (left) of the rp6 running the IC2_Slave example program that it has been shipped with.

also, the *actual* pinout-to-minor-device-nr for the gpio character device might be of interest here:

SoekrisPC8736xMinor Device #
GPIO 0GPIO 20, 11716
GPIO 1GPIO 21, 11817
GPIO 2GPIO 22, 11918
GPIO 3GPIO 23, 12019
GPIO 4GPIO 24, 12120
GPIO 5GPIO 24, 12221
GPIO 6GPIO 26, 12322
GPIO 7GPIO 26, 12423
GPIO 8GPIO 4, 64
GPIO 9GPIO 5, 75
GPIO 10GPIO 13, 5511
GPIO 11GPIO 12, 5410

kudos to the guy who found this out, it cost me 2 days to figure out the straightforward approach (GPIO 20 = minor 20?) was wrong.

here is the patch. handle with care. it's against linux-2.6.27.6. i used this .config to build the kernel.

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